Beispielflächen

Mehr als 200 FlächeneigentümerInnen und Landwirte durften wir bereits begleiten

Hier eine kleine Auswahl an Umsetzungsbeispielen

PRaxistaugliches STufenmodell

für Karlstadt

Wie kann eine Kommune die Biodiversität auf ihren landw. Flächen fördern?

 

Diese Frage stellte sich auch die Stadt Karlstadt im Landkreis Main-Spessart.
Für den damit verbundenen Prozess holte sich die Stadt Unterstützung vom Projekt A.ckerwert des  Landschaftspflegeverband Main-Spessart. Ziel war es, ein zukunftsfähiges Konzept für die Pachtflächen der Stadt zu entwickeln. So entstand ein Stufenmodell, das die Gegebenheiten jeder Fläche, aber auch die Möglichkeiten der Landwirte berücksichtigt. Die Flächen werden bei der turnusmäßigen Neuverpachtung individuell bewertet und mögliche Maßnahmenvorschläge erarbeitet:

  • Auf naturschutzfachlich sehr hochwertigen Standorten können beispielsweise konkrete Aufwertungsmaßnahmen oder Nutzungsauflagen vereinbart werden.
  • Falls die Flächen über kaum oder kein Aufwertungspotential verfügen, können diese auch ohne Nutzungsauflage weiter verpachtet werden.
  • Bei allen anderen Flächen baut das Konzept auf eine individuelle Beratung und das Gespräch mit dem jeweiligen Pächter, um geeignete  Maßnahmen zu ermöglichen und passende Förderprogramme zu finden.
    Ganz konkret geht es insgesamt um den Erhalt bzw. die Neupflanzung von Strukturelementen wie Streuobst, Hecken oder Altgrasstreifen, die Verbesserung des Wasserrückhalts auf den Flächen oder die Förderung einer extensiven Nutzung städtischer Acker-, Wiesen- und Weideflächen.

 

Kommune mit Klimazielen

 Markt Ergolding verpachtet nun Landwirtschaftsflächen mit

besonderem Fokus auf Natur- und Klimaschutz. 

 

A.ckerwert begleitet den Markt  Ergolding im Landkreis Landshut bei der Verpachtung von Landwirtschaftsflächen an den Dölzerhof.
  
Der Beitrag wurde im Rahmen des Bayerischen Klimapreis 2023 des Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ermöglicht.

 

 

 

 

 

 

Acker wird artenreiche Wiese

Im Landkreis Eichstätt beleben nun Gallowayrinder neue Weide

 

Über die Hälfte unserer Getreideernte landet im Futtertrog.  Das hat Flächeneigentümer Franz Treffer nachdenklich gemacht. Besonders nachdem er selbst landwirtschaftliche Flächen geerbt hat.
Für seinen Acker auf dem Mautberg im Landkreis Eichstätt hat er einen Landwirt gefunden, der auf der Fläche über das Vertragsnaturschutzprogramm eine artenreiche Wiese entwickeln will und das krautreiche Raufutter als wertvolle Ergänzung für sein Milchvieh verwenden kann.
Auf seiner Wiese im Schambachtal sollen statt der Mähnutzung für die Biogasanlage schon bald die Galloways eines Rinderhalters weiden und die Landschaft beleben. Treffer hat  gleich schon ein Fleischpaket in der Direktvermarktung seines Pächters bestellt.

Ganz nach seinem Motto: „Weniger Fleisch essen und wenn, dann was g’scheits!“  

 

Schöpfungsverantwortung ernst gemeint

Kirchenverwaltung Vilsheim verpachtet ihr Kirchenland

mit Fokus auf Natur- und Umweltschutz

Die Kirchenverwaltung Vilsheim im Landkreis Landshut macht es vor –
so funktioniert Schöpfungsbewahrung; aber auch der Werterhalt von Böden. Und zwar auf landwirtschaftlichem Kirchengrund, der nun durch einen ortsansässigen Landwirt nach Richtlinien des Vertragsnaturschutz bewirtschaftet wird.

„Bei Starkregen waren die Hanglagen mit den offenen Ackerböden regelmäßig von Erosion betroffen. “ berichtet Johannes Selmansberger als örtlicher BN Vorsitzender. Nun wurde diese Ackerfläche  in artenreiches Grünland umgewandelt.  Bereits im ersten Jahr der Wiesen-Neuanlage konnte die Fläche das Regenwasser auch bei extremen Niederschlägen von 60L/Std. gut aufnehmen. Auf einer anderen Ackerfläche werden ab nächstem Jahr seltene Ackerwildkräuter in den Getreidebestand miteingesät.

 

 

Neuanlage von artenreichen Wiesen

 in Reisbach, Dingolfing-Landau

 

 

„Als Schulbub war es meine Aufgabe, unser 5 Kühe zu weiden und hier auf diese Wiesen neben der Vils zu treiben. Dabei habe ich erlebt, wie die Kiebitze, Eisvögel, Fische wie z.B. die Nase, der Schlagschwirl, Waldwasserläufer, Flußregenpfeifer hier  zu beobachten waren. Das hat mich immer begeistert. „– Es sind wohl solche Erinnerungen, die den heute 75jährigen Hans Zauner antreiben.

Er hat mit dem Landwirt Thomas Braun einen  Pächter, der nun schon im zweiten Jahr im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm eine besonders artenreiche Wiese neu angesät hat und nun extensiv bewirtschaftet.

Zauner erzählt von der Kulturlandschaft seiner Kindheit: „ Der Talboden hier war fast alles Wiese und Weide. Da war kaum ein Acker dabei.“

Mittlerweile sind Wiesen oder gar Weideflächen hier nur noch selten zu finden. Zauners Flächen sind ein Anfang – auch um zu beweisen, dass eine Landwirtschaft, die Platz für die Artenvielfalt seiner Kindheit lässt, auch in Zukunft möglich ist.

 

Wasserflächen sorgen für Resilienz

 in Rechtmehring

 

„Wie können wir mehr für Biodiversität aber auch für die Widerstandsfähigkeit unserer Flächen gegenüber extremen Wetterereignissen machen?“ Mit diesen Fragen hat sich Fam. Jaborsky letztes Jahr an A.ckerwert und den Biodiversitätsberater Matthias Nirschl vom Landratsamt Mühldorf gewandt. Was ist daraus geworden?

„Seit deinem Besuch hat sich viel getan. Unsere Wiese wurden bereits im Herbst mit Wiesenpflanzensamen aufgewertet und sind im Vertragsnaturschutzprogramm aufgenommen, so wie unser Obstgarten. Unser Acker wird dieses Jahr zu Hälfte in Grünland umgewandelt. Der dann noch bestehende Acker mit Emmer und Ackerwildkräutern bestückt. Darüber hinaus ist noch eine Wiese wieder vernässt worden, es sind fünf Tümpel entstanden die miteinander verbunden sind. Vielen Dank noch mal für deinen damaligen Besuch, er hat uns bestärkt in dem was wir da tun!
Viele Grüße  Birgit und Stephan Jaborsky „

 

 

 

 

 

Ackerwildkräuter

 in Petersdorf

 

 

Familie Ehm als Flächeneigentümer wandte sich an A.ckerwert mit der Frage, was sie für Natur und Umwelt auf ihren verpachteten Flächen tun können.

Die Idee, am Projekt Ackerwildkräuter erhalten und fördern mit Bio-Betrieben in Bayern“ teilzunehmen wurde in der Beratung durch A.ckerwert entwickelt. Eigentümer und der Landwirt vom Biohof Reiner fand die Vorstellung von Frauenspiegel, Acker-Rittersporn & Co. auf ihren Flächen sofort spannend.

Nun kam die „Biobauern Naturschutz Gesellschaft“ ins Spiel. Sie übernahm die fachliche Beratung. Das kostbare Saatgut stellte die Bay. Kulturlandstiftung zur Verfügung.

 

 

 

 

 

Extensives Ackerland in Teisbach

5 ha Acker als Lebensraum für Rebhuhn und Co

 

 

Vor Jahren hat Helmut Harlander die Grundstücke von seinen Eltern übernommen und die damals bestehenden Pachtverträge einfach weiter laufen lassen.
Zusammen mit dem  Agraringenieur und Landwirt Max Garr  konnte mit Hilfe des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) eine gute Lösung für Landwirt und Natur gefunden werden.

Das angebaute Getreide kann Garr an den örtlichen Bäcker vermarkten, um der Teisbacher Bevölkerung ihr regionales Artenschutzbrot anzubieten. Mittlerweile wird auf einem Teil der Flächen ein Projekt zur Wiederansiedelung von Ackerwildkräutern realisiert.

 

Artenreiche Wiesen für Galloways

Mit Hilfe des Vertragsnaturschutz vom Maisacker zum bunten Grünland

 

Der Biobetrieb Oberkühbuch war auf der Suche nach Weide- und Wiesenflächen für seine Galloway Herde.

Nun kam die Flächeneigentümerin ins Spiel, die sich eine andere Nutzung ihres geerbten Grundes wünschte. Die beiden neuen Vertragspartnerinnen waren sich sofort sympathisch und nun werden die Flächen  im nächsten Jahr unter Vertragsnaturschutzauflagen vom Maisacker zur artenreichen Wiese verwandelt. Wir und die glückliche Flächeneigentümerin freuen uns genauso über den neu geschaffenen Lebensraum wie die Galloways, die sich sicher die Kräuterwiese schmecken lassen.

 

Wiese wird Biotoptrittstein

und verbindet Flora und Fauna im Rahmen der „Quervernetzung Grünes Band“

Plötzlich waren sie Wiesenbesitzer, die Geschwister Andrea Kramer und Ludwig Faschingbauer. Ihre Eltern hatten ihnen die Fläche in Lackenhäuser im Bayerischen Wald im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet überschrieben.
Doch beide leben mit ihren Familien nicht vor Ort. Trotzdem. Der Natur etwas zurückgeben, dafür müsste sich die Wiese inmitten einer Grünlandfläche doch eignen, dachten sie sich. Lioba Degenfelder von A.ckerwert stellte den Kontakt zu Tobias Windmaißer vom BUND her, der das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ betreut.
Und genau – mit Gehölzpflanzungen, Lesesteinriegeln und dem Beibehalten der Mährhythmen durch einen Biobauern wird die Fläche Trittsteinbiotope anbieten und mehr Strukturvielfalt in die Landschaft bringen. Tobias Windmaißer unterstützt die Geschwister und ihre Familien bei der richtigen Gehölzauswahl, berät sie zu den Pflegemaßnahmen und organisiert die Unterstützung und Fördermöglichkeiten der Maßnahmen. „Mit dieser tollen fachlichen Beratung trauen wir uns zu, die Wiese im Familienbesitz zu behalten und langfristig naturgerecht zu entwickeln“, sagt Andrea Kramer. Denn diese Fläche soll nicht nur Flora und Fauna zusammenhalten, sondern auch das Bindeglied für die nächste Generation sein. 

Weitere Infos zum Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ finden Sie hier.

 

 

 

Ein echtes Generationenprojekt –

Neuverpachtung von Ackerflächen in Niederwinkling

 

 

Drei Generationen der Familie Wallner als Flächeneigentümerinnen waren sich einig: Nachdem ihr früherer Bewirtschafter die Landwirtschaft aufgab,wollen sie nun ihre Ackerflächen in Niederwinkling, Lkr. Straubing an einen Biobetrieb verpachten. Dank eines wunderbar funktionierenden Netzwerk über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Hans-Lindner-Stiftung fanden die Eigentümerinnen den Weg zu A.ckerwert.  Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Straubing und den neuen Pächtern vom Naturlandbetrieb der Familie Retzer wurden noch Ideen für zusätzlichen Arten- und Naturschutz und mögliche Förderprogramme besprochen.

 

 

 

 

 

Noch mehr Freiheit in Garneck

Wiesen und Weiden für Rinderhalter Jetzlsperger

 

Dem Verpächter Herbert Salzeder ist wichtig, dass sein Boden die Vitalität und somit seine Wertigkeit behält oder sogar besser wird.

Mit Familie Jetzlsperger in Garneck hat er damit die idealen Pächter.

Deren Leitgedanke ist die Achtung der Tiere und der verantwortungsvollem Umgang mit der Natur. Das heißt Ganzjahresfreilandhaltung, Leben im Herdenverband, und natürliche Aufzucht der Kälber.  Geschlachtet werden die Tiere direkt auf der Weide per Bolzenschuss. Der Betrieb hat schon Erfahrung mit Naturschutzprojekten in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Rottal-Inn.

 

 

BIOplus   auf  Ackerland

Artenschutzmaßnahmen ergänzen Bioanbau

 

Familie Unterholzner als Flächeneigentümer hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch am Ende stand fest: „Wir wollen eine deutliche Veränderung für unsere Ackerflächen hin zu mehr Natur und nehmen die Verantwortung für unseren Grund und Boden an.“

Der neue Pächter, BIOLAND Bauer Jakobus Limmer war von Anfang an dabei als es nun darum ging, Vorschläge für eine Verbesserung der Artenvielfalt aber auch der Bodenvitalität zu erarbeiten. Nach Beratungen durch die BIOLAND Naturschutzexpertin Fr. Schertler standen die Maßnahmen fest. Das Vertragsnaturschutzprogramm als geeignetes Förderinstrument wird einen Teil des Mehraufwands für den Landwirt finanziell ausgleichen. 

 

Ein blütenreich entsteht

Familie Breu lässt auf 12.000 qm eine Blühfläche für Hummeln & Co entstehen

Der Wunsch nach einer Veränderung in der Nutzung ihrer Ackerflächen bestand für Familie Breu aus Wendelskirchen schon länger. In Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutz wurde schon eine Hecke angelegt.
Jetzt lässt die Familie mit Hilfe des Projekts BienenBlütenReich des Netzwerks Blühende Landschaft ein buntes Mosaik für Bienen, Hummeln und viele andere Blütenbestäuber entstehen. Das Saatgut wird über das Netzwerk zur Verfügung gestellt. Die Fläche stellt die Familie kostenlos zur Verfügung.
Die Motivation ist klar: “Wir wollen was für die Artenvielfalt tun und wichtigen Lebensraum schaffen und damit Vorbild sein statt nur zu reden.“

 

Blumenbunt statt grasgrün

– die Wiesengeschichte von Dieter Gewies

Als sein vorheriger Pächter die Wiese von Dieter Gewies direkt hinter seinem Haus nicht mehr selbst bewirtschaftet sondern einem Lohnunternehmer das Mähen überlässt, wird der Wunsch des ehemalige Further Bürgermeister und  Naturliebhaber nach einer schonenderen Nutzung immer lauter.

Bei einem gemeinsamen Termin von Gewies,  VNP-Fachberater Pschibul-Markgraf und A.ckerwert wird nicht nur die Wiese auf ihr Artenreichtum geprüft sondern auch Maßnahmen erarbeitet, wie das Blühen, Summen und Krabbeln erhalten und verbessert werden kann.

Der neue Bewirtschafter, ein Nachbar von Gewies lässt sich gerne auf die Vereinbarungen ein, Gewies verzichtet sogar ganz auf den Pachtzins und freut sich statt dessen über mehr „bunt im grün“. 

 

 

 

Blühfläche statt Maisanbau

Familie Angerstorfer freut sich an Feldhasen in ihrer Nachbarschaft

Als Jäger weiß Walter Angerstorfer aus Höfen bei Dingolfing, dass frühere Allerweltsarten wie Feldhase, Rebhuhn und Fasan mittlerweile nicht mehr selbstverständlich in unserer Agrarlandschaft anzutreffen sind. Deshalb war für ihn die Entscheidung nicht schwer, aus seinem Maisacker im letzen Jahr eine Blühfläche zu machen. Tatkräftige Unterstützung bekam er von seinem Bruder und seinem Vater. Nun blüht die Fläche direkt an seinem Haus schon im zweiten Jahr zur Freude von Feldhase und Co. Seiner Frau macht er mit der bunten Blütenpracht eine ebensolche Freude. Sie sagt: „Seit letztem Sommer stehen immer frische Blumen auf unserem Tisch.“

 

Streuobstwiesen

 Traditionelles Element unserer Kulturlandschaft

Der Flächeneigentümer Geltl wünscht sich mehr Natur und Vielfalt auf seiner verpachteten Wiese. Wie das gelingen kann und welche Fördermöglichkeiten für die Anlage der neuen Streuobstwiese in Frage kommen hat uns der Landschaftspflegeverband Freising auf dem gemeinsamen Ortstermin vorgeschlagen.

Die Obstbäume sind mittlerweilen gepflanzt, beleben das Landschaftsbild und  sind wertvoller Lebensraum und   – Kulturlandschaft, die schmeckt!

 

 

 

 

Flächeneigentümerin Evi Breu:

      “Die Anregungen durch A.ckerwert gaben uns die letzten wichtigen Informationen,
um vom Wunsch zur Umsetzung zu kommen.“