Steile Hänge, schwierige Zugänge und viel Handarbeit: Rund 25 Jahre lang haben Herr Fisch und das Ehepaar Etzel ihre benachbarten Flächen in Regensburg mit großem persönlichen Einsatz offengehalten. So konnten ökologisch wertvolle Magerrasen erhalten werden, von denen Teilbereiche heute als Biotopflächen kartiert sind. Doch die aufwendige Pflege ist für die Eigentümer:innen altersbedingt nicht mehr zu leisten. Ihr Wunsch: Die Flächen sollen auch künftig naturschonend bewirtschaftet und die dort vorkommenden seltenen Arten langfristig erhalten werden.

Eine Herde übernimmt

Gemeinsam mit A.ckerwert wurde nach einer Bewirtschaftung gesucht, die zu den besonderen Bedingungen vor Ort passt. Heidrun Waidele vom LPV Regensburg begleitete die Eigentümer:innen und Schäfer Beimler bei einem gemeinsamen Ortstermin. Dabei wurden die Besonderheiten der Flächen und verschiedene Möglichkeiten der Bewirtschaftung besprochen. Schnell wurde deutlich: Schafe sind für die schwer zugänglichen Hangflächen bestens geeignet.

Durch ihr geringes Gewicht belasten die Tiere den Boden vergleichsweise wenig. Gleichzeitig helfen sie dabei, die offenen Magerrasen zu erhalten und Pflanzenarten zu verbreiten: In Wolle und Kot werden Samen von einer Stelle zur nächsten transportiert – die Schafe werden so zum „Samentaxi“. Damit knüpft die neue Nutzung zugleich an die Geschichte der Flächen an, denn viele Magerrasen sind ursprünglich durch extensive Beweidung entstanden.

Eine Lösung, die für beide Seiten passt

Für Herrn Fisch und das Ehepaar Etzel bedeutet die neue Lösung, dass ihre ökologisch wertvollen Flächen weiterhin gepflegt werden. Herr Beimler wiederum erhält eine geeignete Weidefläche für seine Schafe und kann mit seiner Herde einen Beitrag zur Landschaftspflege leisten. Gleichzeitig bleibt ein seltener und artenreicher Lebensraum erhalten.

Gruppe mit Schäfer und Hütehund auf einer Weide, im Hintergrund grast eine Schafherde
Schafe weiden auf einem trockenen Hang oberhalb einer weitläufigen Flusslandschaft